
Autonome Provinz Bozen
Ressort für Raumordnung, Umwelt & Energie
Biomasse
Menschen versuchen seit langem, Sonnenwärme für kalte Winternächte zu speichern. Bäume beherrschen dieses Prinzip seit jeher: Ihr Holz gibt bei der Verbrennung Sonnenenergie ab.
Durch die Verbrennung der Biomasse wird Energie freigesetzt.
Definition Biomasse
Biomasse ist die gesamte durch Pflanzen, Tiere und Menschen anfallende oder erzeugte organische Substanz. Sie ist aber auch chemisch gebundene Sonnenenergie. Zur Energiegewinnung aus Biomasse stehen eine Vielzahl von Ausgangsstoffen zur Verfügung. Es wird unterschieden in:
- feste (zum Beispiel Holz, Stroh)
- flüssige (zum Beispiel Pflanzenöl, Biodiesel, Alkohol)
- gasförmige (Biogas)
Biomasse ist eine heimische Energiequelle, sie ist unabhängig von Jahreszeit und Wetter ständig verfügbar.
Die Verwendung von Biomasse zur Erzeugung von Wärme, elektrischer Energie oder Kraftstoff ermöglicht eine ausgeglichene CO2-Bilanz, da nur die Menge CO2 ausgestoßen wird, die kurz zuvor biochemisch gebunden wurde.
Der Wald ist Lebensraum und Schutz, Ort der Stille, der Wildnis, aber auch ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Er ist die Quelle einer sauberen und nachhaltigen Energie: dem heimischen Rohstoff Holz.
Holz ist, nach der Wasserkraft, der bedeutendste erneuerbare Energieträger. Insgesamt werden geschätzte 20% des Heizenergiebedarfs in Südtirol mit Holz abgedeckt.
Holz ist der am weitest verbreitetsten Brennstoffe für Feuerungsanlagen zur Nutzung regenerativer Energien. Als Brennstoff-Biomasse werden in einem Fernheizwerk unbehandelte und ungenutzte Holzabfälle wie Waldhackgut, Sägemehl, Industriehackgut und Rinde eingesetzt.
Fernwärme - Holz als Energieträger
Unter Fernwärme versteht man den Transport von thermischer Energie vom zentralen Erzeuger zum entfernten Verbraucher. Dabei wird die Fernwärme in den meisten Fällen zur Warmwassergewinnung oder zum Heizen herangezogen, kann aber auch für industrielle Prozesse oder zum Kühlen verwendet werden.
Die Erzeugung der Wärme erfolgt in der Regel mit Hilfe eines Kraft-Wärme-Koppelungs-Kraftwerkes, einer Müllverbrennungsanlage oder eines Fernheizwerkes.
In Südtirol wurden in vielen Gemeinden Fernheizwerke auf Biomassebasis errichtet, die einzelnen Verbraucher werden über vom Werk abgehende Leitungen ans Fernwerk angeschlossen. Für den Transport der thermischen Energie ist Wasser als Medium sehr gut geeignet, wobei es im flüssigen oder im gasförmigen Zustand verwendet werden kann.
Es ist zu beachten, dass sich wegen des auch bei sehr guter Wärmedämmung nicht zu vermeidenden Wärmeverlustes über längere Strecken und des hohen Investitionsaufwandes für das Leitungssystem, Fernwärme nur bei dichter Bebauung eignet.
Das abgekühlte Heizwasser oder der kondensierte Dampf fließt in den meisten Fällen zum Fernwerk zurück. So ergibt sich ein geschlossener Kreislauf.
Für den Bezieher von Fernwärme ergeben sich Vorteile, wie die Entlastung von administrativen Arbeiten wie Planung sowie Erstellung und Betrieb der eigenen Wärmeerzeugungsanlage. Durch strenge Auflagen und eine ständige Kontrolle erfolgt die Energieerzeugung in Fernwerken stets ordnungsgemäß und gegenüber vieler kleiner privater Heizanlagen kann der Ausstoß an umweltschädlichen Stoffen verringert werden. Ein weiterer Vorteil der Fernwärme ist eine flexible Energieversorgung, da bei einer Umstellung auf andere Brennstoffe nur eine Anlage erneuert oder gewechselt werden muss.
Biomasse: Situation in Südtirol
Förderungen
Hier finden Sie die Förderungen der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol für die Nutzung der erneuerbaren Energie sowie für energiesparende Maßnahmen.
56% in Südtirol
Südtirol bezieht 56% der Energie aus erneuerbaren Energien, bis 2020 sollen es 3/4 des Energieverbrauchs sein. Langfristig wird ein energieautarkes Südtirol angestrebt.
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